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Finanzmarktforschung

War früher wirklich alles besser? Wie die Deutschen der D-Mark hinterher trauern

Fast Zwei Drittel der Deutschen rechnen noch in D-Mark um! Zu dieser Einschätzung kommt eine aktuelle Studie der Psyma. Demzufolge geben lediglich 36% der Deutschen an, dass sie nie in D-Mark umrechnen.

Dass der Anteil derjenigen, der häufig in D-Mark umrechnet, sehr stark vom Alter der Befragten abhängt, ist nicht weiter verwunderlich: Während die meisten Befragten unter 30 Jahren nie in D-Mark umrechnen (71%), da sie sie gar nicht / nur als Kind kannten,  rechnet mehr als jeder Zweite in der Altersgruppe 50+ Geldbeträge immer noch häufig oder zumindest manchmal in D-Mark um.

Frage 1: Vor fast 20 Jahren wurde der Euro als Bargeld eingeführt. Ertappen Sie sich dabei, dass Sie im Kopf immer noch gelegentlich die Kaufbeträge in D-Mark umrechnen?

Die D-Mark gehört bei den Besitzern zur "guten Alten Zeit"

Da so viele Deutsche noch in D-Mark umrechnen, liegt die Frage nahe, ob auch noch D-Mark Bestände zu Hause gehortet werden.
Jeder Fünfte gibt dabei an noch D-Mark Bestände zu Hause zu haben, hauptsächlich in Höhe von bis zu 50 D-Mark. Etwa 2,5% aller Befragten hat sogar noch Bestände von mehr als 100 D-Mark zu Hause.
Nach den Gründen für den Besitz gefragt, wird am häufigsten die Nostalgie genannt. Es ist eine Erinnerung  an die „gute alte Zeit“. Teilweise wissen die Befragten auch nicht, wo sie das Geld wechseln können oder es ist ein zu großer Aufwand, der dem geringen monetären Betrag entgegensteht.

Mit dem Euro wurde alles teurer

Schaut man sich die Einstellungen zum Thema D-Mark und Euro genauer an, zeigt sich, dass mehr als zwei Drittel der Meinung sind, dass mit dem Euro alles teurer geworden ist, nur 11% sehen dies nicht so.
Dennoch sagt fast die Hälfte, dass die Euroeinführung sowohl für die deutsche Wirtschaft als auch für Europa die richtige Entscheidung war. Bei den Jüngeren (18-29 Jahre) ist die Zustimmung dabei mit 62% für Europa und 53% für die deutsche Wirtschaft (deutlich) höher als bei allen anderen Altersgruppen (z.B. 34% für Europa und 41% für Deutschland bei der Altersgruppe 40-49 Jahre).

Jeder Dritte würde sich auch die D-Mark für Deutschland wieder zurück wünschen. Je älter die Befragten desto häufiger findet diese Aussage Zustimmung.

Frage 5: Inwiefern stimmen Sie den folgenden Aussagen zu?

„Der Markt wird mit dem Euro überschwemmt, die Kaufkraft sinkt immer mehr. Es wird eine Inflation geben. Nur nationale Währungen sichern Stabilität.“ (Originalzitat TN)

Hat der Euro eine Zukunft?

30% der Deutschen geben zudem an, dass der Euro für sie keine zukunftsfähige Währung sei. Gründe hierfür liegen hauptsächlich in den negativen Auswirkungen des Euros auf die persönliche Situation („alles wird teurer“) als auch auf die deutsche Wirtschaft. Die Ungleichheit innerhalb der EU wird kritisch gesehen, da dies zu einer Instabilität und hoher Inflation führen könnte. Durch die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Ländern muss Deutschland andere, ärmere Länder retten. Deshalb erwarten einige Befragte, dass die Europäische Union und somit der Euro auf Dauer abgeschafft werden (soll), um eine höhere wirtschaftliche Stabilität zu erreichen.

 

Für die vorliegende Studie wurde im Online-Access-Panel eine repräsentative Quotenstichprobe der Bevölkerung in Deutschland im Alter von 18 bis 69 Jahren gezogen. Quotenstichproben beruhen auf einer bewussten Auswahl von Befragten, wobei die Repräsentativität für die definierte Grundgesamtheit anhand der Merkmale Geschlecht, Alter, Wohnort und Haushaltsnettoeinkommen gewährleistet wurde. Befragt wurden zwischen dem 13. Dezember 2020 und dem 27. Januar 2021 (Feldpause vom 22.12. – 13.01.) insgesamt 955 Personen.

Bei Fragen dazu sind wir gerne für Sie da.

Ihre persönliche Ansprechpartnerin:
Bernadette Mayer
Senior Consultant
Telefon: +49 089 / 202096-285
bernadette.mayer@psyma.com