Normal View Two Column View Social View MX / US
Finanzmarktforschung

Grüne Versicherungen: Nischendasein oder Versicherung der Zukunft?

Noch kennen zwar nur 12% der Deutschen das Konzept einer grünen Versicherung, doch es lässt sich vermuten, dass sich das rasant ändern wird.

Vier von fünf Deutschen empfinden laut unserer Online-Befragung eine nachhaltige Lebensweise als (sehr) wichtig. Scheitert das Angebot grüner Versicherungen bisher an einem Mangel an Öffentlichkeit? Werden sich Kunden in Zukunft mehr für nachhaltige Angebote begeistern?

Wer kennt grüne Versicherungen?

Grüne Versicherungen sind derzeit noch eine große Unbekannte, doch spätestens seit die EU Offenlegungsverordnung in Kraft getreten ist, ändert sich das schnell. Denn seit März 2021 sind Finanzdienstleister verpflichtet, AnlegerInnen darüber zu informieren, inwieweit ihre Leistungen ökologische und soziale Kriterien erfüllen.

Aktuell gibt nur jeder Achte an, grüne Versicherungen zu kennen. Vor allem Menschen im Alter von 46-65 Jahren wissen nur zu einem geringen Anteil über grüne Versicherungen Bescheid. Ebenfalls zu beobachten ist, dass etwas mehr Männer diese Art der Versicherung kennen. Überraschend ist dagegen, dass eine positive Grundeinstellung gegenüber Nachhaltigkeit und Umweltschutz nur minimalen Einfluss auf die Kenntnis von grünen Versicherungen hat.

Menschen, die grüne Versicherungen bereits kennen, haben darüber vor allem in Internetartikeln gelesen oder in Gesprächen mit Freunden oder der Familie davon erfahren. Nur knapp 12% gaben an, über gezielte Werbung auf grüne Versicherungen aufmerksam gemacht worden zu sein.

Frage: Wie haben Sie von dem Konzept grüner Versicherungen erfahren?

Wer kann sich den Abschluss einer grünen Versicherung vorstellen?

Dem Abschluss einer solchen Versicherung steht vor allem der Mangel an Wissen gegenüber, denn nachdem das Konzept den Befragten kurz erklärt wurde, zeigten 47% der Menschen (großes) Interesse an einer grünen Versicherung, ablehnend reagierten dagegen nur 27%. Ein klarer Trend ist auch, dass je jünger die befragte Person ist, desto wahrscheinlicher wird es, dass sie sich für ein solches Angebot interessiert. Auch ein nachhaltiger und umweltbewusster Lebensstil hat einen Einfluss auf das Interesse an einer grünen Versicherung: So sagen 85% der Personen, die angeben, ein nachhaltiger Lebensstil spiele für sie keine Rolle, dass sie sich nicht für ein solches Angebot interessieren. Während auf der anderen Seite 54% der Menschen mit positiver Einstellung gegenüber Nachhaltigkeit großes bis sehr großes Interesse an grünen Versicherungen zeigen.

Frage: Wie sehr interessiert Sie das neue Konzept der grünen Versicherung?

Für eine solche Versicherung mehr zu bezahlen stellt für 44% der Menschen, die sich für das Konzept interessieren, kein Problem dar. Vor allem jüngere Menschen würden diese Mehrkosten in Kauf nehmen.

Am wahrscheinlichsten würden die Befragten bei der privaten Haftpflicht eine grüne Versicherung wählen, auch eine grüne Kfz-Versicherung und Hausrat sind für mehr als die Hälfte der Interessenten vorstellbar. Weniger denkbar hingegen sind grüne Angebote zu Riesterrente und Lebensversicherungen – möglicherweise weil das Abschlussinteresse hier generell niedriger ist als bei den Pflichtversicherungen.

Wie sieht eine grüne Versicherung aus?

Unter einer grünen Versicherung stellen sich die meisten Menschen nicht nur ein nachhaltiges Angebot vor, sondern ein nachhaltig arbeitendes und wirtschaftendes Versicherungsunternehmen, das bei seinen Versicherungen den Umweltschutz in den Vordergrund stellt. Ein solches umfassendes Angebotsportfolio trauen die meisten Befragten der Allianz zu, gefolgt von der ERGO und der HUK Coburg.

Frage: Welchem Versicherer würden Sie ein grünes Versicherungsangebot am ehesten zutrauen? [Top 5 Versicherungsanbieter]

Methodik: Für die vorliegende Studie wurde im Online-Access-Panel eine repräsentative Quotenstichprobe der Bevölkerung in Deutschland im Alter von 18 bis 69 Jahren gezogen. Quotenstichproben beruhen auf einer bewussten Auswahl von Befragten, wobei die Repräsentativität für die definierte Grundgesamtheit anhand der Merkmale Geschlecht, Alter, Wohnort und Haushaltsnettoeinkommen gewährleistet wurde. Befragt wurden zwischen dem 10. Mai und 13. Juni 1.248 Personen unter anderem zu ihrer Meinung über grüne Versicherungen.