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Finanzmarktforschung

Bargeld oder Smartphone - wie stehen Deutsche zu Mobile Payment?

Vor gut einem Jahrzehnt, am 26. Mai 2011, brachte Google mit „Google Wallet“ erstmals eine Möglichkeit auf den Markt schnell und unkompliziert mit dem Smartphone zu zahlen.

Während dieses erste Mobile Payment Angebot noch auf viel Skepsis und Ablehnung stieß, scheint es heute selbst im Bargeldland Deutschland normal, an der Kasse mit dem Handy zu bezahlen. Vor allem die Corona Pandemie begünstigte diesen Trend hin zu bargeldloser Bezahlung. Mobile Payment ist von der Nischenverwendung zur hygienischen Alternative herangewachsen, doch in welchem Umfang wird es in Deutschland genutzt und akzeptiert? Mit diesem Thema setzt sich eine neue Studie der Psyma auseinander.

Ergebnis der Studie ist, dass zwar eine Mehrheit der Deutschen die größten Anbieter im Mobile Payment Bereich kennt, jedoch nur ein geringer Anteil diese Angebote wahrnimmt. Immerhin mehr als jeder vierte Befragte nutzt das Mobile Payment Angebot seiner Hausbank, jeder Fünfte nutzt Payback Pay. Apple Pay und Samsung Pay werden insgesamt deutlich seltener genutzt.

Frage 1: Kennen und nutzen Sie Mobile Payment Angebote?

Als weiterer Mobile-Payment-Anbieter fungiert PayPal, das von mehr als 30 Millionen Deutschen aktiv genutzt wird, zumeist jedoch nicht zum bargeldlosen Bezahlen in Geschäften, sondern im Rahmen von Online-Shopping oder Bezahlen unter Freunden. Andere Angebote wie Apple Pay, Mobile Payment der Hausbank oder Payback Pay kommen hingegen vor allem beim Einkauf in Supermärkten, sonstigen Geschäften und Tankstellen zum Einsatz.

Frage 2: Wo nutzen Sie die genannten Mobile Payment Angebote regelmäßig?

Mobile Payment bietet für viele Deutsche aber auch zahlreiche Vorteile: So sieht eine Mehrheit der Befragten in Mobile Payment eine Zeitersparnis (72%), aber auch eine sichere (56%) und bequemere (54%) Zahlungsmethode. Im Vergleich zur älteren Bevölkerung haben junge Menschen außerdem eher das Gefühl, dass sie ihre Finanzen mithilfe von Mobile Payment besser kontrollieren können. Über die Frage, ob das Bargeld von solchen Bezahlmethoden vollkommen abgelöst werden kann, herrscht bei Deutschen ab 50 Jahren eine klare Meinung: Die Mehrheit ist gegen eine Abschaffung des Bargelds.

Frage 4: Inwiefern stimmen Sie den folgenden Aussagen über Mobile Payment (z. B. Google Pay, Apple Pay) zu?

Allgemein ist für Deutsche der Hauptgrund gegen die Nutzung von Mobile Payment, dass sie sich noch nicht damit beschäftigt haben (45%). Fast jeder dritte Deutsche betrachtet diese Zahlungsmöglichkeit als überflüssig. Ein weiteres wichtiges Argument gegen Mobile Payment ist die Sicherheit: So stellt mehr als jeder vierte Befragte die Sicherheit von Mobile Payment in Frage.

Frage: Aus welchen Gründen nutzen Sie Mobile Payment Angebote nicht?

Insgesamt nutzt etwa jeder dritte Deutsche mindestens ein Mobile Payment Angebot. Die Bekanntheit der Anbieter ist hierbei deutlich höher als die tatsächliche Nutzung. Mobile Payment Angebote werden als schnell und bequem angesehen, Sicherheitsaspekte könnten aus Sicht der Nichtnutzer jedoch optimiert werden, um das Vertrauen in die Anbieter zu erhöhen. Mobile Payment stellt somit für einen Teil der Bevölkerung, insbesondere in Geschäften und Tankstellen, eine attraktive Alternative zur Bezahlung mit Bargeld oder Karte dar.

Methodik: Für die vorliegende Studie wurde im Online-Access-Panel eine repräsentative Quotenstichprobe der Bevölkerung in Deutschland im Alter von 18 bis 69 Jahren gezogen. Quotenstichproben beruhen auf einer bewussten Auswahl von Befragten, wobei die Repräsentativität für die definierte Grundgesamtheit anhand der Merkmale Geschlecht, Alter, Wohnort und Haushaltsnettoeinkommen gewährleistet wurde. Befragt wurden zwischen dem 14. Juni und 18. Juli 1.233 Personen.